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Thema: ST 28.6.2019 BV Gräfrath und Eintracht starten Kooperation

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    Weltmeister Avatar von Georg Schubert
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    Standard ST 28.6.2019 BV Gräfrath und Eintracht starten Kooperation



    Freuen sich über die Kooperation: (vorne, v.l.) Andreas Schneider (BVG), Melanie Roth, Andrea Rohrbach-Kerl (beide Eintracht) sowie (hinten, v.l.) Frank Müller (BVG), Andreas Dahmenhaus, Stefan Ehlke (beide Eintracht), Detlev Schneider und Rebecca Caron (beide BVG).
    © Daniela Tobias

    Niederrheinligist will sein Mädchen-Nachwuchsproblem in Zusammenarbeit mit den aufstrebenden Gräfrathern lösen.

    Von Timo Lemmer

    Als Beobachter bekommt man am Flockertsholz, wohin BV Gräfrath und SV Eintracht gemeinsam eingeladen hatten, an diesem Abend schnell ein bestimmtes Gefühl: Da haben sich zwei gefunden, die sich gesucht haben. Zum einen, weil sich die Protagonisten beider Seiten größtenteils schon seit Jahren kennen. Zum anderen, weil die beiden Vereine im Mädchen- und Frauenbereich jeweils genau das Spektrum abdecken, was dem Gegenüber abgeht.

    „Mit dieser Kooperation ist einfach beiden Vereinen geholfen“, sagt Andreas Schneider, als Leiter der BVG-Mädchenabteilung einer der drei ursprünglichen Initiatoren der Idee. Erst mit Rebecca Caron, Ex-Spielerin der Eintracht und inzwischen Trainerin in Gräfrath, und Andrea Rohrbach-Kerl, Gesicht der Leistungsspitze der Eintracht, und später mit den restlichen Entscheidern beider Vereine. Entwickelt haben die Verantwortlichen eine Kooperation, die schon ab diesem Sommer greift – zum Kennenlernen und Beschnuppern.

    Alle weiteren Schritte, die womöglich einmal folgen könnten, sind „erst einmal Zukunftsmusik“. Da es sportlich keinerlei Überschneidungen gibt – der BVG stellt zur kommenden Saison Mädchenteams von der U9 bis zur U17, während die Eintracht Frauenteams hat – gibt es trotz Kooperation vorerst kein „Durmischen“ der Teams. Und doch soll schon eine enge Verzahnung hergestellt werden, rutschen die ersten BVG-Mädchen doch spätestens in zwei Jahren in den Senioren-Bereich. Aus diesem Grund ziehen die Frauen der Eintracht auch nach Gräfrath um: Die Erste trainiert und spielt fortan am Flockertsholz, bei der Zweiten soll das zumindest punktuell gelingen.

    Zusammengehörigkeitsgefühl wird sich schnell entwickeln

    Andreas Dahmenhaus hat sich um die Platzfrage mit der Stadt gekümmert. Caron erklärt: „Wir wollen beispielsweise einen Mädchenspieltag einrichten.“ Dann könnten die Jugend- und Senioren-Teams, die auch nacheinander trainieren werden, ihre Spiele hintereinander abhalten. Talentierte Mädchen des BVG werden zudem schon in dieser Saison Trainingsluft schnuppern – ob in Bezirks- oder gar Niederrheinliga.

    FRAUEN-TEAMS


    ERSTE Das Niederrheinliga-Team wird von Joachim Dünn trainiert. Bisher steht fest, dass Britta Gahr, Sarah Görtz und Pia Kimpenhaus gehen, während Bianca Cramer, Jacqueline Crevaux und Vanessa Hanc (alle SF Baumberg) kommen – weitere Transfers möglich. Trainiert wird ab dem 23. Juli, Pflichtspielstart ist der 25. August (Pokal), eine Woche später beginnt die Niederrheinliga. Das erste Mal an neuer Heimstätte ist die Eintracht am 28. Juli: Dann testet der Club um 11 Uhr gegen den Tus Birk am Flockertsholz.

    ZWEITE Beim Bezirksligisten – im Rahmen der Kooperation ganz wichtiger Faktor – hat ein Duo das Ruder übernommen: Christian Weide und Dirk Kirschbaum.
    HEIMAT Dass die Eintracht nun am Flockertsholz zu Hause ist, zeigt bald auch ein großes Logo sowie Banner: „Wir wollen zeigen, dass wir hier keine Gäste sind, sondern dauerhaft bleiben“, sagt Geschäftsführerin Andrea Rohrbach-Kerl.

    Gemeinsames Warm-up oder Events, zudem Jugend-Einheiten unter Führung der Senioren-Trainer: Das und vieles mehr sollen ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln. Die Eintracht war schon seit Jahren auf der Suche nach einer Lösung für ihr Jugend-Problem. Zunächst hatte man noch daran gedacht, selbst etwas aufzubauen. „Aber das macht keinen Sinn“, sagt Rohrbach-Kerl, inzwischen Geschäftsführerin des Vereins: „Zum einen fehlt uns die Manpower, zum anderen wird in Solingen schon gute Jugendarbeit geleistet.“ Also gab es Gespräche mit anderen Vereinen – in großer Runde zuletzt Anfang 2018. Die meisten Vereine winkten schnell ab. Deren Vorwurf, die Eintracht wolle nur gute Jugendspielerinnen abgreifen, ärgert Rohrbach-Kerl noch heute. Nachdem das Thema einige Monate brach lag, griffen Schneider, Caron und Rohrbach-Kerl die Idee unlängst wieder auf. Aus Sicht der Eintracht, „weil es immer schwieriger wird, adäquate Spielerinnen zu akquirieren“. Und Schneider ergänzt für den BVG: „Die Mädchenabteilung wächst sehr schnell. Vor vier Jahren hatten wir drei Mädchen, jetzt sind es 80. Darunter sogar schon U7-Bambini.“

    Intensive Aufbauarbeit soll sich in der eigenen Stadt auszahlen

    Die ersten Spielerinnen entwachsen dem Jugendbereich in zwei Jahren: „Da wir leistungsorientiert aufgestellt sind, brauchten wir also eine Perspektive.“ Natürlich haben sie in Gräfrath keine Lust, die intensive Aufbauarbeit letztlich für Vereine in anderen Städten zu leisten. Gemeinsam wolle man nun „mit langfristiger Perspektive gesund von unten wachsen“, sagt Rohrbach-Kerl. Die Zweite in der Bezirksliga spielt dabei eine wichtige Rolle – und große Talente haben eine ambitionierte Niederrheinliga-Perspektive. „Unsere Mädels“, sagt Caron, „haben da richtig Bock drauf.“



    Geändert von Georg Schubert (28.06.2019 um 11:34 Uhr)
    Georg Schubert
    Mitglied des Vereinsvorstands ( ruht z. Zt. )
    Integrationsbeauftragter


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